Mehr Bus für Schaffhausen und Neuhausen am Rheinfall: Das neue Angebotskonzept 2030
Die Stadt Schaffhausen und die Gemeinde Neuhausen am Rheinfall wachsen – und damit auch die Anforderungen an den öffentlichen Verkehr. Neue Quartiere entstehen, das Verkehrsaufkommen nimmt zu. Nach über 30 Jahren ist deshalb der Zeitpunkt gekommen, das Busnetz zu erneuern.
Mit dem Angebotskonzept 2030 legen die vbsh gemeinsam mit der Stadt Schaffhausen, der Gemeinde Neuhausen am Rheinfall und dem Kanton Schaffhausen ein zukunftsorientiertes Konzept für den Stadtbusverkehr vor. Ziel ist ein Angebot, das besser zum heutigen Alltag passt.
Liniennetzplan des Angebotskonzepts 2030 mit allen Haltestellen
Das neue Angebotskonzept liegt aktuell öffentlich zur Mitwirkung auf. Interessierte können sich anhand der Vernehmlassungsvorlagen der Stadt Schaffhausen und der Gemeinde Neuhausen am Rheinfall detailliert informieren und Rückmeldungen einbringen. Beide Vorlagen sind auch weiter unten auf dieser Seite verlinkt.
Warum braucht es ein neues Buskonzept?
Die letzte Gesamtüberprüfung des Stadtbusnetzes stammt aus dem Jahr 2007. Seither hat sich vieles verändert: Die Stadt ist gewachsen, neue Wohn- und Arbeitsgebiete sind entstanden, Tempo-30-Zonen und Baustellen beeinflussen den Verkehrsfluss. Gleichzeitig wird es schwieriger, die heutigen Fahrpläne stabil einzuhalten.
Auch die Abstimmung mit dem Bahnverkehr spielt eine wichtige Rolle. Abends fahren die Züge im Halbstundentakt, während die Busse bisher alle 20 Minuten verkehren. Das neue Angebotskonzept schafft hier bessere Anschlüsse.
Das Angebotskonzept 2030 bringt zahlreiche Verbesserungen für Fahrgäste in Schaffhausen und Neuhausen am Rheinfall:
So wird die Linie 1 (Ast Waldfriedhof) künftig über Frohberg, Grubenstieg und die Stimmerstrasse ins Quartier Niklausen geführt.
Die Linie 4 (Ast Emmersberg/Buchthalen) verkehrt neu nicht mehr als Rundkurs, sondern als Stichlinie in beide Richtungen alternierend über die Alpen- beziehnungsweise die Säntisstrasse. In Buchthalen wird eine Quartierschlaufe eingerichtet, wodurch zwei neue Haltestellen bei der Kirche und beim Hofackerzentrum entstehen.
Ebenfalls angepasst wird der andere Ast der Linie 4 (Mühlental): Ab Pilgerbrunnen wird sie neu durch das Mühlental zurück zum Bahnhof Nord geführt. Dadurch erhält die Stahlgiesserei eine Anbindung im für den Stadtverkehr üblichen 10-Minuten-Takt und es entsteht eine direkte Verbindung auf die Breite.
Die Linie 6 (Ast Buchthalen/Stimmerstrasse) wird verlängert und fährt neu ab Buchthalen über Gruben bis zum neuen Kreisel am Knoten Gruben-/Stimmerstrasse. Dort wendet der Bus und bietet Anschlüsse an die Linie 1 in Richtung Bahnhof sowie in Richtung Alpenblick und zum neuen Schulhaus.
Beim Ast Falkeneck der Linie 6 wird ab Dachsenbühl ein sogenannter Y-Betrieb eingeführt: Die Linie verzweigt sich neu in die Richtungen Pantli und Falkeneck.
Die Linie 7 verkehrt künftig tagsüber durchgehend im sonst üblichen 10-Minuten-Takt. Zudem wird der Bahnhof Neuhausen SBB neu auch während der Randverkehrszeiten am Abend sowie an Sonntagen bedient.
Die Linie 9 startet neu beim Bahnhof Schaffhausen und verkehrt ebenfalls ganztätig im 10-Minuten-Takt. Für Fahrten ins Herblingertal entfällt damit das bisher notwendige Umsteigen. Um eine ausreichende Kapazität zu gewährleisten, kommen künftig Gelenkbusse zum Einsatz.
Schliesslich wird die Linie 10 neu über die Hochstrasse, die Gemsgasse und das Schweizersbild geführt. Sie bedient das Logierhaus und fährt von dort weiter ins Merishausertal nach Kleinbuchberg.
Um die Anschlussqualität an den Bahnverkehr zu verbessern, wird der Bustakt abends und an Sonntagen vom bisherigen 20-Minuten- auf einen 15-Minuten-Takt umgestellt.
Die konkreten Massnahmen, Hintergründe und Auswirkungen sind in der Vernehmlassungsvorlage der Stadt Schaffhausen und der Gemeinde Neuhausen am Rheinfall ausführlich beschrieben.
Neue Erschliessung für Neuhausen
Mit dem neuen Konzept sollen in Neuhausen am Rheinfall die Freizeitanlagen im Langriet, der Werkhof, die Siedlung Chlaffental und der Friedhof erstmals mit dem Bus erschlossen werden.
Geplant ist eine eigenständige Kleinbuslinie ab der Haltestelle Herbstäcker, die als Schlaufe über Langriet, Chlaffental und Friedhof bis zur Haltestelle Durstgraben geführt wird und Anschlüsse an die Linie 1 sicherstellt. Aufgrund der noch unsicheren Nachfrage ist ein zeitlich befristeter Testbetrieb über drei Jahre vorgesehen.
Die verschiedenen Varianten und die Überlegungen aus Sicht der Gemeinde sind in der Mitwirkungsvorlage der Gemeinde Neuhausen am Rheinfall dargestellt.
Schrittweise Umsetzung
Für das neue Angebotskonzept werden zusätzliche Fahrzeuge inklusive Ladeinfrastruktur beschafft. Zudem sind Anpassungen an der Infrastruktur notwendig, etwa neue behindertengerechte Haltestellen.
Nach Abschluss der Mitwirkung entscheiden Parlamente und Stimmbevölkerung über die Umsetzung. Die Einführung des neuen Angebots erfolgt schrittweise mit Zielhorizont 2030.