Der Elektrobus hält Einzug im Regionalverkehr
Wer heute auf die Linie 21, 23, 24 oder 25 steigt, könnte etwas Neues erleben: Die Fahrgäste empfängt ein nahezu geräuschloses Summen. Seit dem 18. Mai 2026 fahren die ersten Elektrobusse der vbsh im Regionalverkehr – und bringen damit einen nächsten grossen Schritt in der Elektrifizierungsstrategie der vbsh.
Wer die Elektrifizierung der vbsh bisher vor allem aus dem Stadtverkehr kannte, der findet sie nun auch auf den Regionallinien. Die beiden Vorserienfahrzeuge des Typs Mercedes-Benz eCitaro verkehren in einer ersten Phase vorwiegend auf den Linien 21 (Schaffhausen – Schleitheim), 23 (Schaffhausen – Kleinbuchberg/Bargen), 24 (Schaffhausen – Büttenhardt – Thayngen) und 25 (Schaffhausen – Dörflingen – Ramsen).
320 Kilometer Reichweite: Genug für den langen Atem im Regionalnetz
Das Regionalverkehrsnetz der vbsh stellt andere Anforderungen als der Betrieb im Stadtverkehr. Der eCitaro für den Regionalverkehr ist deshalb mit Hochvoltbatterien mit deutlich grösserer Kapazität ausgerüstet als seine Pendants im Stadtverkehr. Die betriebliche Reichweite liegt bei 320 bis 370 Kilometern – ausreichend, um auch längere Strecken problemlos zu absolvieren.
Fahrzeugtyp: Mercedes-Benz eCitaro (Länge: 12 Meter)
Antrieb: Zwei radnabennahe Elektromotoren à 125 Kilowatt (total 250 Kilowatt)
Betriebliche Reichweite: 320-370 Kilometer (grosse Hochvoltbatterien für den Regionalverkehr)
Klimatisierung: CO₂- Fahrgastraumklimaanlage mit Wärmepumpe
Laden: Kombilader – Schnellladen auf der Linie via Pantograf, Nachtladen im Depot
Geladen wird nach dem sogenannten Kombilader-Prinzip: Am Bahnhof Schaffhausen kann der Bus via Pantograf in kurzer Zeit nachgeladen werden, über Nacht wird er im Depot langsam und schonend vollgeladen. So startet er am nächsten Morgen wieder mit voller Kapazität in den Einsatz.
Der Arbeitsplatz, den das Fahrpersonal mitgestaltet hat
So viel Neues der eCitaro mit sich bringt – am Fahrerarbeitsplatz setzt er auf Vertrautheit. Der Arbeitsplatz orientiert sich eng an den bestehenden Mercedes-Benz Citaro-Fahrzeugen, sodass sich das Fahrpersonal von Anfang an zurechtfindet. Eine eigens gebildete Fahrerplatzkommission hat die Gestaltung begleitet und ihre Wünsche eingebracht – darunter die Beibehaltung der konventionellen Seitenspiegel.
Ergänzt wurde der Arbeitsplatz unter anderem durch einen Schalter auf dem Seitenarmaturenbrett, mit dem der Pantograf für den Ladevorgang ausgefahren wird.
Der Weg zur emissionsfreien Regionalflotte
Der Betriebsstart der beiden Vorserienfahrzeuge ist der Beginn eines grösseren Wandels. Bis Ende 2027 werden schrittweise elf weitere neue eCitaro bestehende Dieselbusse im Regionalverkehr ersetzen. Gleichzeitig wird die Ladeinfrastruktur am Regionalbuszentrum ausgebaut, das künftig als zentrale Drehscheibe auch für den elektrifizierten Regionalverkehr dienen soll.
Die Linie 21 durch das Klettgau ins Randental, die Linie 23 in Richtung Bargen, die Linie 24 über den Reiat nach Thayngen, die Linie 25 über Dörflingen in den oberen Kantonsteil: Sie alle verbinden Schaffhausen mit seiner Region – nun auch leise und emissionsfrei.