Neue Mini-Automaten in allen Stadt- und Regionalbussen: Der Ticketkauf im Bus wird noch einfacher
Es ist kurz nach acht Uhr. Frau Meier steigt am Bahnhof in einen Bus der vbsh. Normalerweise kramt sie in der Tasche nach Kleingeld. Heute läuft alles anders: ein kurzer Griff zur Debit- oder Kreditkarte, ein «Tap» am kleinen Gerät beim Einstieg – und fertig. Kein Warten, kein Papier, kein Tarifstudium. Als sie an der Zielhaltestelle aussteigt, hält sie die Karte erneut hin. Das System weiss: Frau Meier hat ihre Fahrt beendet. Am Abend, wenn sie nach Hause fährt, summiert das System ihre Fahrten automatisch und verrechnet am Ende des Tages den günstigsten Preis.
So funktioniert das neue System
Ab dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2025 setzen die Verkehrsbetriebe Schaffhausen in allen Fahrzeugen im Stadt- und im Regionalverkehr auf ein modernes Ticketkaufsystem. Herzstück sind die neuen Mini-Automaten. Sie sind direkt bei der zweitvordersten Tür montiert und funktionieren nach einem klaren Prinzip: Check-in – Check-out. Wer in den Bus einsteigt, hält die eigene Debit- oder Kreditkarte – physisch oder im Smartphone hinterlegt – an das Kontaktlos-Symbol. Beim Aussteigen wird dieselbe Karte erneut an das Gerät gehalten.
Im Hintergrund sorgt ein intelligentes System für die korrekte Abrechnung. Jede Fahrt wird gespeichert, gesammelt und am Ende des Tages automatisch mit dem günstigsten Tarif berechnet. Ob Einzelbillet oder Tageskarte – die Fahrgäste müssen sich keine Gedanken mehr machen.
Wer ein Halbtax besitzt, wählt die Halbtax- Option am Mini-Automaten. Auch Begleitpersonen, Hunde oder Velos lassen sich beim Einchecken einfach erfassen. Wichtig ist lediglich, dass alle Reisenden mit derselben Zahlkarte zusammen unterwegs sind und auch gemeinsam wieder auschecken.
Für wen sich die Umstellung lohnt
Das neue System richtet sich in erster Linie an jene Fahrgäste, die bisher ihr Ticket direkt im Bus am Automaten oder beim Fahrpersonal gekauft haben – rund drei Prozent aller Reisenden. Eine detaillierte Analyse hat gezeigt: In über 95 Prozent dieser Fälle handelt es sich um Einzelfahrten oder Tageskarten für wenige Zonen. Genau auf diese Bedürfnisse sind die neuen Mini-Automaten zugeschnitten.
Besonders profitieren Gelegenheitsfahrerinnen und -fahrer sowie Touristinnen und Touristen, die sich oft nicht mit den Tarifstrukturen auskennen. Anstatt sich durch Zonenpläne und Billettangebote zu kämpfen, genügen künftig zwei einfache «Taps» am Mini-Automaten.
Während im Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) der Ticketverkauf im Bus Ende 2024 ganz eingestellt wurde, bleibt er in Schaffhausen auch in Zukunft möglich. Dank der Mini-Automaten können Fahrgäste ihr Ticket weiterhin beim Einsteigen lösen.
Wer weiterhin bar bezahlen möchte, kann dies selbstverständlich tun – einfach nicht mehr im Bus. Bargeldzahlungen sind in der Ticketeria am Bahnhof Schaffhausen und an den stationären Automaten am Bahnhof Schaffhausen und in Neuhausen Zentrum möglich.
Warum jetzt umgestellt wird
Die Entscheidung für die Umstellung ist sowohl technisch als auch mit der langfristigen Entwicklung im öffentlichen Verkehr begründet.
Die bisherigen mobilen Automaten im Stadtbus und die Kassensysteme in den Regionalbussen haben ihre Lebensdauer erreicht. Hinzu kommt, dass Ende 2025 die 3G-Mobilfunktechnologie in der Schweiz abgeschaltet wird. Viele Komponenten der bestehenden Systeme laufen jedoch mit 3G – ein Weiterbetrieb ist also technisch gar nicht möglich.
Darüber hinaus reagieren die vbsh mit der Einführung auf die veränderten Kundenbedürfnisse. In der Schweiz werden bereits sieben von zehn Tickets über digitale Kanäle wie Apps oder Webshops gekauft. Zudem möchten auch in Schaffhausen immer mehr Menschen direkt mit Kredit- oder Debitkarte bezahlen – eine Möglichkeit, die bisher im Bus fehlte. Mit den Mini- Automaten schliessen die vbsh diese Lücke und schaffen ein System, das einfach, modern und zukunftsfähig ist.
Die vbsh sind mit dieser Innovation nicht allein unterwegs. Das gleiche System wird in der Schweiz bereits im Kanton Graubünden erfolgreich verwendet. Dort waren mitunter Postauto und die Rhätische Bahn am Projekt beteiligt. Die Umstellung ist damit nicht nur ein lokales Projekt, sondern Teil einer schweizweiten Entwicklung. Für die Fahrgäste in Schaffhausen bedeutet das: ein bewährtes System, das auf die hiesigen Bedürfnisse zugeschnitten wird.
Ein Schritt in die Zukunft
Die Einführung der Mini-Automaten ist Teil einer grösseren Entwicklung. Der öffentliche Verkehr wird digitaler, einfacher und kundenfreundlicher. Mit dem neuen System senken die vbsh die Einstiegshürde für Gelegenheitsnutzerinnen und -nutzer und machen den Busverkehr für Touristinnen und Touristen attraktiver.
Gleichzeitig stellen die vbsh sicher, dass auch künftig alle Fahrgäste ein passendes Angebot finden. Wer lieber bar bezahlt oder ein klassisches Papierticket möchte, kann dies weiterhin an den stationären Automaten am Bahnhof Schaffhausen und Neuhausen Zentrum tun oder sich in der Ticketeria am Bahnhof Schaffhausen beraten lassen. Dort steht ein kompetentes und freundliches Team bereit, das gerne bei Fragen rund um Tickets und Abonnemente weiterhilft. Wer seine Tickets lieber mobil kauft, kann zudem bequem die vbsh-App nutzen.
Für Frau Meier und viele andere Fahrgäste heisst das: weniger Stress am Morgen und die Sicherheit, immer zum besten Preis unterwegs zu sein. Einchecken, auschecken, einfach fahren.